Zwischen Chance und Alltag: Ergebnisse der Bitkom-Studie fürs Handwerk
Kurzfassung: Die meisten Handwerksbetriebe sehen Digitalisierung als Chance – trotzdem bleibt der Fortschritt im Tagesgeschäft vielfach Stückwerk. Die aktuelle Bitkom-Studie liefert klare Zahlen: Note 3,0 beim eigenen Digitalisierungsstand, 85 % mit mindestens einem digitalen Service, nur 4 % mit KI im Einsatz – und 26 % faxen weiterhin. Basis sind 504 telefonisch befragte Handwerksbetriebe (Erhebung KW 23–29 / 2025; Veröffentlichung 28.08.2025).
Die Deutsche Handwerks Zeitung bringt die Stimmungslage auf den Punkt: „Große Kluft im Handwerk: Mehr Faxgeräte als KI im Einsatz.“
Die wichtigsten Ergebnisse – auf einen Blick
- Chancenbild: 89 % sehen Digitalisierung als Chance; nur 6 % sehen darin ein Risiko. Durchschnittsnote 3,0 für den eigenen Stand.
- Leistungen: 85 % der Betriebe bieten mindestens einen digitalen Service (z. B. Angebots- oder Rechnungsversand, Online-Terminbuchung).
- Kommunikation: E-Mail & Smartphone überall – aber: 26 % setzen weiterhin auf Fax. Online-Meetings nutzen 36 %.
- Technologien: KI ist bislang nur in 4 % der Betriebe im Einsatz; Cloud bereits bei 56 %.
- Hürden: Genannt werden u. a. IT-/Datensicherheit, Investitionskosten, mangelnde Praxisreife einzelner Lösungen, fehlende Digitalkompetenzen sowie Zeitmangel im Tagesgeschäft.
Und für die Ausbildung wichtig: Jeder zweite Ausbildungsbetrieb profitiert bereits von den Digitalkompetenzen seiner Azubis (54 %) – der Nachwuchs hilft konkret bei Software, Social Media, Cloud & KI.
Was bedeutet das für Handwerksbetriebe?
Die Daten zeigen zwei Realitäten: Wille und Nutzenverständnis sind da, doch Umsetzungskapazität und Orientierung fehlen oft. Besonders auffällig: Viele Betriebe digitalisieren in Inseln (Rechnung, Angebot), nicht als durchgängigen Ablauf – dadurch bleiben Potenziale liegen (Zeit, Fehlerquote, Sichtbarkeit).
Fünf schnelle Hebel – ohne Großprojekt
1) Einen Ablauf auswählen – messbar machen
Starten Sie mit einem konkreten Prozess (z. B. Auftragsannahme, Aufmaß, Serviceannahme). Legen Sie drei Kennzahlen fest: Durchlaufzeit, Fehler/Nacharbeit, Statusquote (z. B. Angebot → Auftrag). Ziel: +20 % schneller oder −30 % Nacharbeit in 30 Tagen.
2) „Digitale Kunden- & Auftragsmappe“ einführen
Alle Infos zu Kunde/Objekt, Termine, Fotos, Dokumente und Kommunikation an einem Ort. Das verhindert Medienbrüche (Mail, Zettel, Messenger) und senkt Rückfragen.
3) Klein anfangen, automatisch erinnern
Zwei Mini-Automationen bringen sofort Wirkung:
- Angebots-Reminder nach 48 h (Aufgabe/Mailvorlage).
- Aufmaß-Checkliste mit Fotopflicht & Pflichtfeldern (Objektadresse, Maße, Besonderheiten).
4) KI dort nutzen, wo sie reif ist
Pragmatische Einstiege, ohne Systembruch:
- E-Mail-/Telefonnotizen zusammenfassen,
- Antwortvorschläge in Ihrer Tonalität,
- Duplikate & Datenqualität prüfen.
Das adressiert den in der Studie genannten Kompetenz- und Zeitmangel, ohne die Kernprozesse zu riskieren.
5) Weiterbildung mit Plan statt Ad-hoc
Bitkom sieht hohen Kompetenzbedarf (76 %), aber erst 43 % investieren gezielt. Setzen Sie pro Quartal eine Pflicht-Session (60 – 90 Min.) für das Team, fokussiert auf ein Werkzeug und eine Routine (z. B. „Angebote als PDF-Vorlage + E-Signatur“).
Entscheidend ist nicht die Anzahl der Tools, sondern stabile Abläufe mit weniger Nacharbeit und kürzeren Durchlaufzeiten. ReDiKo hilft Ihnen, genau das aufzusetzen – in Sprechstunden, Check-ups und kurzen Workshops, die direkt ins Tun führen. Melden Sie sich gern für eine unverbindliche Erstabstimmung.