Von der Idee zur Anwendung: So bringt die KI-Werkstatt KI in den Handwerksalltag
ChatGPT ausprobieren, einen Text formulieren lassen oder ein Bild mit Künstlicher Intelligenz erstellen – für viele Handwerksbetriebe sind das inzwischen keine völlig neuen Themen mehr. Doch nach den ersten Versuchen kommt häufig die entscheidende Frage: Was kann KI eigentlich für meinen eigenen Betrieb leisten? Wo kann sie wirklich Zeit sparen? Welche wiederkehrenden Aufgaben lassen sich vereinfachen? Wo können Informationen schneller verfügbar gemacht oder Arbeitsabläufe verbessert werden? Und wie wird aus einer ersten Idee eine Lösung, die von den Mitarbeitenden im Alltag tatsächlich genutzt wird?
Genau an diesem Punkt setzt die KI-Werkstatt Handwerk von ReDiKo an. Statt nur über Künstliche Intelligenz zu sprechen oder einzelne Programme vorzustellen, arbeiten die teilnehmenden Handwerksbetriebe an einem konkreten Prozess aus ihrem eigenen Unternehmen. Das Ziel: herausfinden, wo KI sinnvoll unterstützen kann, eine passende Lösung entwickeln und diese direkt im Betriebsalltag ausprobieren.
KI kann viel – aber wo fängt man an?
Die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz sind groß. KI kann beispielsweise Texte formulieren, Informationen zusammenfassen, Dokumente durchsuchen, Daten strukturieren, Bilder erkennen, Sprache verarbeiten oder wiederkehrende Arbeitsschritte unterstützen. Das eröffnet auch im Handwerk viele Möglichkeiten. Gleichzeitig macht genau diese Vielfalt den Einstieg schwierig. Denn die Frage lautet meist nicht: „Was kann KI?“
Viel wichtiger ist: „Welches Problem möchten wir in unserem Betrieb eigentlich lösen?“
Vielleicht kostet die Erstellung von Tagesberichten viel Zeit. Vielleicht müssen Informationen immer wieder aus verschiedenen Dokumenten zusammengesucht werden. Vielleicht gibt es Rückfragen, die täglich ähnlich beantwortet werden. Oder die Einsatz- und Baustellenplanung wird mit mehreren Listen und viel Abstimmung organisiert. Nicht jedes dieser Probleme braucht eine KI-Lösung. Aber bei vielen lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Erst den Prozess verstehen – dann über KI sprechen
Deshalb beginnt die KI-Werkstatt nicht mit einer langen Liste neuer KI-Tools. Im Mittelpunkt steht zunächst der Arbeitsprozess im eigenen Betrieb. Wie läuft die Aufgabe heute ab? Wer ist daran beteiligt? Wo entstehen Wartezeiten? Wo werden Informationen mehrfach eingegeben? Wo passieren Fehler? Welche Arbeitsschritte kosten besonders viel Zeit? Erst wenn der Prozess verstanden ist, wird geprüft, ob und wie Künstliche Intelligenz dabei helfen kann.
Die Grundidee der KI-Werkstatt ist deshalb bewusst einfach: Prozess verstehen → Verbesserungspotenzial erkennen → passende KI-Lösung entwickeln → ausprobieren → bewerten → weiterführen. So wird aus dem abstrakten Thema „Künstliche Intelligenz“ Schritt für Schritt ein konkreter betrieblicher Anwendungsfall.
Was kann dabei entstehen?
Die Erfahrungen aus der ersten KI-Werkstatt zeigen, wie unterschiedlich die Themen der Betriebe sein können. Ein Betrieb beschäftigte sich beispielsweise damit, Tagesberichte mithilfe von Spracheingabe und Übersetzung einfacher zu erfassen und gleichzeitig Sprachbarrieren auf Baustellen zu reduzieren. In einem anderen Betrieb führte das in der KI-Werkstatt aufgebaute Wissen dazu, dass anschließend ein eigenes Werkzeug für die Baustellenplanung entwickelt wurde. Mitarbeiter, Termine und Baustellen lassen sich damit übersichtlicher koordinieren. Weitere Betriebe beschäftigten sich mit Prozessen rund um Subunternehmerunterlagen, Fuhrpark, Dokumentation oder der Automatisierung wiederkehrender Unternehmensabläufe.
Diese Beispiele zeigen auch: Eine gute KI-Lösung muss nicht kompliziert sein. Manchmal ist ein gut eingerichteter KI-Assistent die richtige Lösung. Manchmal hilft eine Kombination aus bestehenden Werkzeugen. Und manchmal zeigt die Prozessanalyse sogar, dass eine ganz andere Änderung sinnvoller ist. Entscheidend ist der Nutzen im Alltag.
Technik allein macht noch keine gute Lösung
Ein weiterer wichtiger Punkt aus der Praxis: Eine Lösung kann technisch noch so beeindruckend sein – wenn sie im Arbeitsalltag zu kompliziert ist, wird sie kaum genutzt. Gerade im Handwerk muss eine digitale Anwendung deshalb einfach funktionieren. Mitarbeitende auf der Baustelle sollen nicht erst zahlreiche Eingabemasken ausfüllen müssen. Informationen müssen schnell verfügbar sein. Und neue Abläufe dürfen nicht mehr Arbeit verursachen als vorher. Deshalb betrachtet die KI-Werkstatt nicht nur die technische Machbarkeit. Genauso wichtig ist die Frage: Passt die Lösung zu den Menschen, die später damit arbeiten sollen?
Die Erfahrungen aus der ersten Runde bestätigen, wie wichtig einfache und praxistaugliche Anwendungen für die tatsächliche Nutzung im Betrieb sind.
Lernen, ausprobieren und im eigenen Betrieb weiterarbeiten
Die KI-Werkstatt ist kein einzelner Workshop, nach dem die Teilnehmenden mit vielen Ideen nach Hause gehen und anschließend im Tagesgeschäft keine Zeit mehr für deren Umsetzung finden. Die neue Runde begleitet die Betriebe über einen Zeitraum von rund sechs Monaten.
Geplant sind zwei Präsenzveranstaltungen, vier gemeinsame Online-Werkstätten, zwei Kleingruppenrunden sowie Praxisphasen im eigenen Betrieb. Zwischen den gemeinsamen Terminen arbeiten die Teilnehmenden Schritt für Schritt an ihrem ausgewählten Anwendungsfall weiter. Unterstützt werden sie dabei auch durch einen digitalen Prozessmanager. Mit dessen Hilfe können Arbeitsabläufe strukturiert betrachtet, Schwachstellen identifiziert und mögliche Ansatzpunkte für KI sichtbar gemacht werden. Damit verbindet die Werkstatt drei Dinge miteinander: Verstehen. Machen. Anwenden.
Es geht darum, KI besser zu verstehen.
Es geht darum, selbst etwas auszuprobieren.
Und vor allem geht es darum, herauszufinden, ob eine Lösung im eigenen Betrieb tatsächlich funktioniert.
Kein Programmieren erforderlich
Wer bei Begriffen wie „KI-Lösung entwickeln“ sofort an Programmierung, komplexe Softwareprojekte oder eine eigene IT-Abteilung denkt, kann beruhigt sein. Programmierkenntnisse sind für die Teilnahme nicht erforderlich.
Die beste Lösung muss nicht die technisch aufwendigste sein. Ein gut aufgebauter KI-Assistent oder eine einfache Veränderung eines bestehenden Arbeitsablaufs kann bereits einen erheblichen Nutzen bringen. Wichtig ist vielmehr die Bereitschaft, sich mit einem eigenen Prozess auseinanderzusetzen, Neues auszuprobieren und die entwickelte Lösung zwischen den Werkstattterminen im eigenen Betrieb zu testen.
Welche Themen eignen sich für die KI-Werkstatt?
Ein geeigneter Anwendungsfall muss zu Beginn noch nicht vollständig feststehen. Oft genügt die Beobachtung: „An dieser Stelle verlieren wir im Alltag immer wieder Zeit.“
Mögliche Themen können zum Beispiel sein:
- Kundenanfragen und wiederkehrende E-Mails
- Angebote und Dokumente
- Baustellen- und Projektdokumentation
- interne Wissenssuche
- Aufbereitung von Informationen
- Termin- und Einsatzplanung
- wiederkehrende Büroarbeiten
- Verarbeitung und Strukturierung von Unterlagen
- interne Kommunikation
- administrative Prozesse
Entscheidend ist nicht, möglichst spektakuläre KI-Anwendungen zu entwickeln. Besonders interessant sind häufig gerade die kleinen, wiederkehrenden Aufgaben, die jeden Tag ein paar Minuten kosten. Denn genau daraus können sich über Wochen und Monate spürbare Entlastungen ergeben.
Was nehmen die Betriebe am Ende mit?
Am Ende der KI-Werkstatt sollen die teilnehmenden Betriebe nicht nur mehr über Künstliche Intelligenz wissen. Sie haben einen konkreten Anwendungsfall aus dem eigenen Betrieb untersucht und praktisch erprobt. Dabei lernen sie nicht nur ein bestimmtes Werkzeug kennen. Sie entwickeln auch ein besseres Verständnis dafür, wie sie künftig selbst beurteilen können:
- Welche Prozesse eignen sich für den Einsatz von KI?
- Wo lohnt sich eine Veränderung?
- Welche Lösung passt zu unserem Betrieb?
- Welche Ergebnisse liefert die KI – und wo muss der Mensch prüfen?
- Wie lässt sich eine neue Anwendung so gestalten, dass Mitarbeitende sie tatsächlich nutzen?
Zum Abschluss entwickeln die Betriebe einen persönlichen 90-Tage-Plan, mit dem sie die nächsten Schritte für ihren Anwendungsfall festlegen können.
Für wen ist die KI-Werkstatt geeignet?
Die KI-Werkstatt richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer sowie verantwortliche Mitarbeitende aus Handwerksbetrieben, die Künstliche Intelligenz nicht nur kennenlernen, sondern praktisch einsetzen möchten. Besonders geeignet ist das Format für Betriebe, die einen Arbeitsprozess verbessern möchten und bereit sind, sich über mehrere Monate mit ihrem eigenen Anwendungsfall auseinanderzusetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob bereits viel Erfahrung mit KI vorhanden ist. Viel wichtiger sind Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, etwas auszuprobieren.
Von „Was kann KI?“ zu „Was bringt uns KI?“
Künstliche Intelligenz entwickelt sich schnell. Fast jede Woche erscheinen neue Anwendungen und Funktionen. Für Handwerksbetriebe ist es deshalb kaum sinnvoll, jedem neuen Werkzeug hinterherzulaufen. Die wichtigere Kompetenz besteht darin, den eigenen Betrieb zu kennen und zu erkennen, an welchen Stellen digitale Werkzeuge tatsächlich einen Unterschied machen können.
Genau das möchte die KI-Werkstatt vermitteln. Nicht möglichst viel KI einsetzen. Sondern die richtige Lösung für die richtige Aufgabe finden. Und diese anschließend so gestalten, dass sie im betrieblichen Alltag auch funktioniert.
Sie möchten die KI-Werkstatt kennenlernen?
Wer zunächst erfahren möchte, wie die KI-Werkstatt genau funktioniert, welche Erfahrungen die Betriebe aus der ersten Runde gemacht haben und ob das Format zum eigenen Unternehmen passt, kann an unserer kostenlosen Online-Informationsveranstaltung teilnehmen.
Informationsveranstaltung zur KI-Werkstatt Handwerk
22. Oktober 2026 | 10:00–11:00 Uhr | Online
In 60 Minuten erhalten Sie Einblicke in die erste KI-Werkstatt, lernen konkrete Anwendungsbeispiele kennen und erfahren, wie die nächste Runde aufgebaut ist und wie Sie mit Ihrem Betrieb teilnehmen können.
Nähere Infos zur KI-Werkstatt gibt es hier:
KI-Werkstatt